Fragen zu Fördern und Fordern

Die Eingliederungsvereinbarung wird gemeinsam zwischen dem Träger der Grundsicherung und dem Leistungsberechtigten geschlossen. Sie soll jeweils nach sechs Monaten gemeinsam mit dem zuständigen Arbeitsvermittler überprüft werden. Darin ist einerseits festgelegt, was der Leistungsberechtigte unternehmen muss, um seine Hilfebedürftigkeit zu überwinden (zum Beispiel wieder in Arbeit zu kommen). Andererseits wird festgeschrieben, welche Leistungen er erhält, die dafür erforderlich sind. Das kann zum Beispiel die Teilnahme an einer Trainingsmaßnahme oder an einer Arbeitsgelegenheit sein.

Die persönlichen Interessen stehen hinter den Interessen der Allgemeinheit. Daher müssen Sie grundsätzlich jede Art von Arbeit annehmen, zu der Sie in der Lage sind – auch so genannte Minijobs. Natürlich sind „sittenwidrige“ Arbeitsbedingungen ausgenommen. Es gibt noch weitere Ausnahmen, beispielsweise die Pflege eines Angehörigen oder die Erziehung eines Kindes unter drei Jahren, das heißt eine angebotene Arbeit wäre nicht zumutbar.

Sie und die Mitglieder Ihrer Bedarfsgemeinschaft werden von einer persönlichen Ansprechpartnerin beziehungsweise einem persönlichen Ansprechpartner betreut. Diese oder dieser unterstützt und berät Sie unter anderen in allen Fragen zu Leistungen und Förderungen. Das erfolgt immer mit dem Ziel, Sie wieder in Arbeit zu bringen. Es steht eine große Auswahl an Hilfen zur Verfügung. So können Sie zum Beispiel Bewerbungskosten erstattet bekommen, an Trainingsmaßnahmen teilnehmen oder in eine Arbeitsgelegenheit vermittelt werden. Was für Ihre Integration in Arbeit notwendig und erforderlich ist, wird in einer Eingliederungsvereinbarung festgehalten.
Erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die sich beruflich weiterbilden möchten, können durch Übernahme der Weiterbildungskosten gefördert werden. Hierzu müssen bestimmte Voraussetzungen vorliegen. Ein Rechtsanspruch auf eine Weiterbildungsförderung besteht nicht, mit Ausnahme der Förderung zum nachträglichen Erwerb des Hauptschulabschlusses.

Wenn die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind, dann können Sie Arbeitslosengeld II erhalten. Allerdings bewirkt eine Sperrzeit die Kürzung des Arbeitslosengeld II um 30 Prozent. Zu den Anspruchsvoraussetzungen gehört die Erwerbsfähigkeit und Hilfebedürftigkeit.